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Mehr Schutz für Sexarbeitende

Eingang eines Bordells. Im Vordergrund eine Straße.
Bordelleingang

Sexarbeiterinnen, besser gesagt Sexarbeitende, sind aus und in der Mitte der Gesellschaft. Und das eigentlich schon immer. Es ist das älteste Gewerbe der Welt, wie man so schön sagt. So heißt es in einem Lied einer bekannten Berliner Band: “Ich könnte deine Mutter oder Schwester sein” [1].Doch leider ist dieser Beruf auch mit einem Risiko von Gewalt gegen jene verbunden, die diesen ausüben. Die PIRATEN Niedersachsen machen daher auf den morgigen “Tag gegen Gewalt an Sexarbeiterinnen” [2] aufmerksam und rufen dazu auf, dieses Thema nicht zu tabuisieren. 

“Ein Mensch ist ein Mensch, egal welche Ethnie, Religion, welchen Geschlechts oder Berufs. Deswegen ist es auch angemessen, gegen Gewalt in jeglicher Form aufzurufen. Das Risiko für Sexarbeitende ist erhöht und sie zählen laut Kriminalisten zu den klassischen Risikogruppen. Daher noch einmal gesondert am 17.12. gegen “Gewalt an Sexarbeiterinnen” zu appellieren und ihnen die Verbundenheit der Bevölkerung auszudrücken ist für mich selbstverständlich“, erklärt Karin Jacobs, Stadträtin der PIRATEN Niedersachsen in Stade. “Umso mehr ist darauf zu achten, dass jegliche Art von Kriminalisierung der einen oder anderen Seite der Dienstleistung verhindert wird. Wozu dies führt, sieht man beispielsweise in Vorarlberg [3] in Österreich sehen. Daher fordern wir PIRATEN auch die Stärkung der Rechte von Sexarbeitenden [4].”

“Zwar ist seit 2002 Prostitution in Deutschland als Beruf anerkannt und seit 2017 mit dem sogenannten “Prostituiertenschutzgesetz” reguliert [5], trotzdem – oder gerade deshalb – findet sie noch immer oftmals im Geheimen statt, was während der Corona-Beschränkungen zugenommen hat [6]. Daher freut uns, dass die Bundesregierung sich in ihrem Koalitionsvertrag [7] der Ratifizierung der ILO Konvention Nr. 190 [8] verschrieben hat. Es bleibt aber fraglich, ob die Umsetzung dieser Konvention, die unter anderem den Schutz vor Gewalt in der Arbeitswelt fordert, dann auch Regelungen explizit für den Schutz von Sexarbeitenden beinhaltet oder ob man diese wieder einmal vergisst. 

Wie man es in den ersten Lockerungen während der Corona-Pandemie auch getan hat [9]. Hier ist ansonsten die Landesregierung gefordert, die entsprechenden Regelungen zu erarbeiten, die die Umsetzung der Norm dann in allen Arbeitsbereichen garantiert”, fordert Thomas Ganskow [10], Vorsitzender der PIRATEN Niedersachsen und deren Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2022 [11]. “Sieht man dann aber, dass die Regierungsparteien sich selbst einer Ablehnung des Sexkaufverbots gemäß dem “Nordischen Modell” verweigert haben [12], lässt dies nichts Gutes für die Menschen in dieser Branche vermuten, solange sich nicht grundlegend etwas an der Regierung ändert.”

Quellen: 
[1] https://genius.com/Kiz-ich-konnte-deine-mutter-oder-schwester-sein-lyrics
[2] http://www.kleiner-kalender.de/event/tag-gegen-gewalt-an-sexarbeiterinnen/99273.html
[3] https://www.derstandard.at/story/2000112260678/sexkauf-zu-verbieten-erhoeht-gewalt-gegen-prostituierte
[4] https://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2021/Wahlprogramm#St.C3.A4rkung_der_Rechte_Prostituierter
[5] https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/sexualitaet/prostitution_die_geschichte_der_kaeuflichen_liebe/pwieprostitutionindeutschlandvondersittenwidrigkeitzurlegalendienstleistung100.html
[6] https://bit.ly/3ISF6O2
[7] https://www.spd.de/fileadmin/Dokumente/Koalitionsvertrag/Koalitionsvertrag_2021-2025.pdf Seite 115
[8] https://www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/—ed_norm/—relconf/documents/meetingdocument/wcms_729964.pdf
[9] https://piraten-nds.de/2020/08/07/piraten-niedersachsen-fordern-ende-des-lockdowns-im-erotikgewerbe/
[10] https://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Thomas_Ganskow
[11] https://wiki.piratenpartei.de/NDS:Mitgliederversammlungen/AVNDS22/Ergebnisse#Unsere_gew.C3.A4hlte_Landesliste_.28Niedersachsen.29
[12] https://www.rundblick-niedersachsen.de/groko-verweigert-votum-gegen-sexkaufverbot/

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